Augen und Ohren auf:
Seh- und Hörtests für Kinder und Jugendliche

Mit allen Sinnen entdecken und lernen – das klingt ganz leicht. Doch die gesunde Entwicklung von Augen und Ohren ist keineswegs selbstverständlich. Denn Kinder gewöhnen sich automatisch an ihre schlechte Sehkraft und Hörstärke, halten sie für „normal“ und passen sich an. Aber mit modernen diagnostischen Verfahren halten wir im wahrsten Sinne des Wortes Augen und Ohren offen.

Amplyopiescreening: Früherkennung von Sehstörungen

Es beginnt mit dem Verfolgen von Objekten, dem ersten Aufbau von Augenkontakt: Das Sehvermögen von Kindern entwickelt sich in stetigen, großen Schritten. Das Augenscreening dient der frühzeitigen Erkennung möglicher Sehstörungen. Dies passiert schon in den ersten Lebenswochen und -monaten, da zu spät oder überhaupt nicht behandelte Beeinträchtigungen zu einer dauerhaften Schwachsichtigkeit (Amblyopie) führen könnten. In der Kinder- und Jugendarztpraxis können wir Auffälligkeiten bereits ab einem Alter von sechs bis zwölf Monaten ­feststellen. Ab einem Alter von etwa drei Jahren werden regelmäßig weitere altersangepasste Tests durchgeführt. Zum Beispiel überprüfen wir ab der U7a die Sehschärfe (Lea-Test) und das räumliche Sehen (Lang-Stereotest). Sollten sich Auffälligkeiten ergeben, überweisen wir Ihr Kind an einen Augenarzt.

Hörscreening: Gesunde Ohren, gute Sprachentwicklung

Hörschäden fallen häufig erst spät auf, nämlich dann, wenn ein Kind Sprach- und Entwicklungsstörungen aufweist. Mittlerweile sind allerdings Hörscreenings bereits bei Neugeborenen möglich. Bei einigen Vorsorgeuntersuchungen (ab U8) werden routinemäßige, altersgerechte Hörtestungen („Pilotentest“) angeboten. Bei Auffälligkeiten überweisen wir an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO), der die genauere Diagnostik übernimmt und bei Bedarf therapeutische Maßnahmen einleitet.